Dass der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ein gegenüber der modernen Medizin völlig anderes Verständnis von Physiologie und Krankheiten zugrunde liegt, zeigt beispielhaft der Vortrag der Heilpraktikerin Birte Hinz aus Frankfurt zu Schlafstörungen nach TCM-Konzept auf dem 55. TCM Kongress Rothenburg der AGTCM (Arbeitsgemeinschaft für Klassische Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin) vom 7. bis 11. Mai 2024.

So sind etwa folgende Ausführungen zu den (angeblichen) Ursachen von Schlafstörungen für einen Arzt, der mit den Begriffen der TCM nicht vertraut ist, durchweg unverständlich:

  • Shen [Geist oder kosmische Kraft] residiert im Herzen, besonders im Blut und Yin des Herzens.
  • Jing und Qi sind Wurzeln des Shen.
  • Hun [ätherische Seele oder Geist der Leber] residiert in der Leber, dem Leber-Yin und Leber-Blut.
  • Bei Leber-Blut oder Leber-Yin-Mangel ist der Hun ohne Behausung und wandert umher, (wilde) Träume sind die Folge.
  • Überanstrengungen, Sorgen und Grübeln verletzen Blut, Yin und die Milz, die Leber kann das Hun nicht mehr beherbergen, die Milz bildet nicht genug Blut, es entstehen Schlafstörungen.
  • Eine kleine Gallenblase (auch synonym für ängstlich und feige sein) lässt das Qi nicht stark genug sein.
  • Pathogene (Rest)-Hitze schwächt Yin, das Blut und setzt sich im Zwerchfell fest; diese attackiert das Herz.
  • Füllemuster entstehen durch Hitze, eingedrungene Hitze, Feuer oder Schleim; besonders affektiert sind das Herz und der Magen.

Die Begutachtung (nach medizinisch-wissenschaftlichen Kriterien) einer entsprechenden TCM-Behandlung z. B. bei der Diagnose: „Leber-Yin-Mangel mit aufsteigendem Leberfeuer“ dürfte somit recht problematisch sein.

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