Semaglutid führt bei übergewichtigen Patienten mit Knieschmerzen zu einer deutlichen Schmerzreduktion, berichtete Prof. Dr. Johannes Mann, Chefarzt der Klinik für Nieren-, Hochdruck- und Rheumakrankheiten am Nierenzentrum München-Schwabing, auf dem 19. Nephrologie-Update-Seminar am 12. und 13. Juni 2026 in Berlin.
Das zeigt eine Studie von Bliddal et al. (N Engl J Med. 2024), in der eine einfache, aber klinisch wichtige Frage untersucht wurde: Personen mit Übergewicht haben oft eine Kniearthrose mit erheblichen Schmerzen. Teilnehmer der Studie mit erheblichen oder sehr starken Knieschmerzen wurden zu Semaglutid 2,4 mg/Woche oder Placebo randomisiert. Nach 68 Wochen betrug die Gewichtsabnahme 13 kg vs. 3 kg (Semaglutid vs. Placebo) und die Knieschmerzen gingen massiv zurück, die Einnahme von Schmerzmitteln nahm ab. Diese Effekte waren mit Semaglutid etwa doppelt so stark wie unter Placebo.
Das ist eigentlich eine Sache des gesunden Menschenverstandes, kommentierte Mann: Weniger Körpergewicht bedeutet weniger Last auf den Knien bedeutet weniger Schmerzen bei Arthrose. Tatsächlich sei dies jedoch die erste Arbeit, welche diese Hypothese belege und gleichzeitig die Größenordnung des Effektes zeige. Deswegen sei die Arbeit im NEJM gelandet.
Die entscheidende Aussage sei, dass der Gewichtsverlust um 13 kg klinisch bedeutsame Effekte habe. Natürlich bleibe noch viel zu tun, denn kaum einer der Patienten habe einen normalen BMI erreicht und die Arthrose habe sicher noch weitere Faktoren, welche das Ausmaß der Schmerzen und Bewegungseinschränkung beeinflussen.
Es sei jedoch den Versuch wert, bei Übergewicht mit Knieschmerzen und Kniearthrose Semaglutid einzusetzen, zusätzlich zu weiteren Maßnahmen wie Krankengymnastik, Schmerzmittel etc., bevor man zum Gelenkersatz greife, so Mann.
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