Schmerzen stellen ein häufiges, jedoch oft unterschätztes Symptom der Menopause dar, berichtete Prof. Dr. Petra Stute vom Inselspital Bern (Schweiz), Universitätsklinik für Frauenheilkunde, auf dem 17. Gynäkologie-Geburtshilfe-Update-Seminar am 27. und 28. Februar 2026 in Berlin.

Neben vasomotorischen Beschwerden berichten viele peri- und postmenopausale Frauen über muskuloskelettale Schmerzen, Kopfschmerzen bzw. Migräne sowie urogenitale Schmerzen (z. B. Dyspareunie, Vulvodynie). Diese Beschwerden können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und sind multifaktoriell bedingt. Neben dem altersbedingten Rückgang von Östrogen und Progesteron spielen psychosoziale Faktoren, Schlafstörungen, affektive Symptome sowie gesellschaftliche und geschlechtsspezifische Aspekte eine relevante Rolle. Die zugrunde liegenden Mechanismen und die optimale Therapie sind bislang nicht abschließend geklärt.

Die aktuelle Studienlage erlaubt folgende Schlussfolgerungen:

  • Schmerzen sind ein häufiges und klinisch relevantes Symptom der Menopause, das systematisch erfasst werden sollte.

  • Der Östrogenmangel beeinflusst die Schmerzverarbeitung und ist mit erhöhter Schmerzprävalenz assoziiert.

  • Eine Hormontherapie kann bestimmte Schmerzsyndrome lindern, z. B. Gelenkschmerzen, ist jedoch individuell abzuwägen.

  • Nicht-pharmakologische Maßnahmen (Bewegung, Schlafoptimierung, psychologische Interventionen) sind zentrale Bestandteile der Therapie.

  • Ein multidisziplinärer, individualisierter Behandlungsansatz ist essenziell, da Schmerz in der Menopause multifaktoriell bedingt ist.

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