Moderne Hüft-Endoprothesen erreichen offenbar eine Haltbarkeit von 25 bis 30 Jahren. Das zeigt eine Ende Februar 2026 von V. Pentland et al. in „The Lancet“ veröffentlichte Metaanalyse.
Die Hüft-Totalendoprothese ist ein erfolgreicher Eingriff, der darauf abzielt, Millionen von Menschen weltweit ihre Funktionsfähigkeit und Lebensqualität zurückzugeben. Die Kenntnis der voraussichtlichen Lebensdauer einer Hüft-Endoprothese ist für Patienten, Chirurgen und Gesundheitseinrichtungen im Hinblick auf Planung und Ressourcenverteilung von großer Bedeutung, so die Autoren.
In den letzten 20 Jahren hat die Verwendung moderner Gleitpaarungen bei der Hüft-Totalendoprothese den Implantat-Verschleiß und möglicherweise auch die Lebensdauer erheblich verändert. Bislang gab es jedoch keine groß angelegte Studie, die die Überlebensdauer dieser modernen Implantate untersucht.
Ziel der aktuellen Studie war es daher, die Überlebensdauer moderner Hüft-Totalendoprothesen und Gleitpaarungs-Materialien zu bestimmen. Die Autoren konzentrierten sich ausschließlich auf die Beurteilung moderner Gleitflächen: Hoch-vernetztes Polyethylen im Vergleich zu Metall- oder Keramikköpfen der dritten und vierten Generation sowie Keramik-auf-Keramik-Primär-Totalendoprothesen bei erwachsenen Patienten.
Identifiziert wurden 1.904.237 Hüft-Totalendoprothesen in 29 klinischen Studien (n = 5.203) und acht nationalen Gelenkregistern (n = 1.899.034). Die gepoolte Analyse der eingeschlossenen Studien ergab eine Gesamtüberlebensrate der Implantate von 97 %. Die auf den Gelenkregisterdaten basierende Überlebensrate betrug nach 20 Jahren 93,6 %. Hochgerechnet auf 25 Jahre ergibt sich eine prognostizierte Überlebensrate von 92,8 % und nach 30 Jahren von 92,1 %.
Die geschätzte 30-Jahres-Überlebensrate von 92 % bei modernen Hüft-Totalendoprothesen lässt darauf schließen, dass Fortschritte in der Gleitflächen-Technologie die Langzeit-Beständigkeit von Hüft-Totalendoprothesen erheblich verbessert haben, folgern die Autoren. Das dürfte Einfluss auf die Patientenberatung und auf die Planung im Gesundheitswesen haben.
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