Die bipolare Störung ist eine Erkrankung, die durch hohe Rückfallquoten und Stimmungsschwankungen gekennzeichnet ist, welche die neuropsychologischen Funktionen, Schlafmuster, Beziehungen und berufliche Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigen, berichtete Prof. Dr. Dr. Michael Bauer von der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Dresden auf dem 16. Psychiatrie-Update-Seminar am 6. und 7. März 2026 in Berlin.
Eine aktuelle Studie aus Taiwan (Wang, T.Y. et al., J Affect Disord., 2025) untersuchte nun die Auswirkungen des Krankheitsbildes auf verschiedene Bereiche der neuropsychologischen Funktionen bei Erwachsenen mit bipolarer Störung in Remission. Alle Teilnehmer unterzogen sich einer Reihe von neuropsychologischen Untersuchungen, darunter dem Wisconsin Card Sorting Test (WCST), dem Trail Making Test (TMT), dem Continuous Performance Test (CPT) und Aufgaben zum Arbeitsgedächtnis.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Patienten im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen erwartungsgemäß insgesamt Defizite in der neuropsychologischen Leistungsfähigkeit aufwiesen. Bei der Einteilung in Altersgruppen (junges und mittleres bis hohes Erwachsenenalter) zeigten junge Patienten mit einer bipolaren Störung im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen eine beschleunigte Alterung in kognitiven Bereichen, darunter psychomotorische Geschwindigkeit, Impulsivität und exekutive Funktionen.
Diese Ergebnisse sind nun auch aus gutachtlicher Sicht relevant – etwa wenn es um die Beurteilung der beruflichen Leistungsfähigkeit von Menschen mit einer bipolaren Störung in der Phase der Remission geht.
Haben Sie Fragen oder Anmerkungen?
Rufen Sie uns an 0800 7242159 oder nutzen Sie unser Kontaktformular


