Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden durch E-Scooter ist laut Statistischem Bundesamt (Destatis) von 2021 bis 2022 um 49 Prozent angestiegen, nämlich von 5.535 Unfällen in 2021 auf 8.260 in 2022. Der Anteil an schweren Unfällen durch E-Scooter war in 2022 hierzulande groß: Von den insgesamt 8.260 verunglückten Personen, erlitten 1.234 gravierende Verletzungen, oft im Gesicht, warnte die Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG) am 8. Mai 2024. Die meisten Verunglückten (mehr als 80 Prozent) waren selbst mit dem E-Scooter unterwegs.

Die bei Unfällen mit E-Scootern häufig auftretenden Brüche im Gesicht – zum Beispiel im Bereich des Kiefers oder der Augenhöhlen – werden heute nicht mehr wochenlang ruhiggestellt, sondern zeitnah nach dem Unfall operiert. „Wir an der Charité versorgen ausgedehnte Knochenbrüche unserer Patienten sogar mit einer virtuellen Operationsplanung“, berichtete Prof. Dr. Dr. Max Heiland, Ärztlicher Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. „Wir nennen dies `Virtual Surgical Planning´ (VSP).“

So können die Fachärzte vor der Operation das Vorgehen detailliert planen und dabei die beste Technik für jede einzelne Verletzung einplanen. Hier kommen etwa Computer- oder Volumentomographie sowie 3-D-Drucker zum Einsatz. „Mit intraoperativer Navigation, 3-D-gedruckten Schablonen oder sogar Patienten-spezifischen Implantaten stehen uns verschiedene Techniken zur Verfügung, um eine virtuelle Planung dann während der Operation umzusetzen“, so Heiland.

Auch die heute verwendeten Materialen haben entscheidende Vorteile: Resorbierbare Membranen, vorgebogene Titangitter oder Patienten-spezifisch 3-D-gedruckte Implantate, die nach ihrem Einsatz oft nicht mehr entfernt werden müssen. „Wir versuchen auf jeden Fall, Folge-Operationen oder spätere Korrekturen zu vermeiden“, betonte der DGMKG-Experte. Weil die Operationen so kürzer sind und trotzdem bessere Ergebnisse liefern, profitieren die Patienten von diesem modernen Vorgehen.

Ob bei schwereren oder leichteren Gesichtsverletzungen – Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen sorgen stets nicht nur für eine funktionelle, sondern auch für eine ästhetische Wiederherstellung des Gesichts. „Wir versuchen, Schnitte im Gesicht und damit auch bleibende Narben zu vermeiden, indem wir möglichst vom Mund aus oder über bestehende Platzwunden operieren“, erklärte Prof. Dr. Dr. Hendrik Terheyden, Pressesprecher der DGMKG.

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